25jähriges Jubiläum des Rosekids e.V. Freiburg – So war’s

Der Rosekids e.V. feiert sein 25jähriges Jubiläum Der Wetterbericht hatte für Samstag, den 14.07.2012, wechselhaftes Wetter vorhergesagt; teils bewölkt, aber überwiegend sonnig – je nachdem, welche Wetter-App man gerade fragte.

Aber von Anfang an:
Vor wenigen Monaten begann die Planung, das 25jährige Bestehen der Freiburger schwul-lesbischen Jugendgruppe Rosekids e.V. gebührend zu feiern. Schnell war die Entscheidung innerhalb des Vorstandteams getroffen, ein Sommerfest in Verbindung mit einem „Tag der offenen Tür“ zu verbinden und alle Verbände und Sponsoren, sowie die Stadt Freiburg dazu herzlich einzuladen.

„Rosekids – 25 Jahre andersrum“

Ein besonderes Anliegen bestand darin, vergangene Streitigkeiten zwischen der RosaHilfe und den Rosekids zu begraben, und so war es ein Leichtes, das 25jährige Jubiläum des Rosekids e.V. von 14:00 bis 20:00 stattfinden zu lassen und den Tag anschließend auf der Party zum 20. Jubiläum des „SchwuLes-Dance“ der RosaHilfe am Waldsee zu feiern.

Schon einige Wochen zuvor waren Flyer entworfen und nach dem Drucken an alle Verbände inklusive Einladung zu diesem Fest verschickt worden (Danke Söhnke). In Absprache mit dem Team vom Jugendhilfswerk (Herr Meihofer und Herr Hartwig) wurden die angemieteten Räumlichkeiten speziell für diesen Anlass festlich hergerichtet und über und über mit Rosen dekoriert. Ein wahre Flut an Fotos, die aus den letzten Jahrzehnten stammen, vervollständigte die Atmosphäre eines Jubiläums. Hilfreiche Unterstützung erhielten der Verein und seine Mitglieder auch von den neuen Nachbarn in der Haslacher Straße 41 – „SchmitzKatze“ – Jan Ehret und sein Geschäftspartner stellten uns den Hof und die Hörbar , ebenso die Technik für ein solches Jubiläum, gern zur Verfügung. Das SiF berichtete schon frühzeitig über dieses Jubiläum (Danke an Dirk-Stefan und Jonas).

Jonny, unser großer Fels in der Brandung der schwulen Szene, 2009 und 2010 Mitorganisator und Federführer der CSDs in Lörrach, hatte all die Einladungen geschrieben, einige Zusagen bekommen und nie aufgegeben zu dem Fest eine Vielzahl von Gästen einzuladen. Herr Winfried Kretschmann (Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg) und Dr. Dieter Salomon (Oberbürgermeister der Stadt Freiburg) übersendeten uns ihre Grußworte. Vertreter der Stadt Simone Pflaum und Walter Krögner, sowie Frau Haardt als Vertretung der Bürgermeisterin und Geschäftsführerin des Stadtjugendrings Freiburg Frau Twilligear waren am 14.07.12 beim Fest der Rosekids vertreten.

…und dann gab es da noch die Rosekids selbst, die eine Vielzahl von größeren und kleineren Tätigkeiten erfüllten. Auch wenn im Nachfolgenden einige Helfer namentlich benannt werden, so soll doch jeder wissen, dass wir alle, die zu diesem Projekt beigetragen haben, für den Verein wichtig sind.

Am Freitag, den 13. haben Andi (mit dem Rezept seiner Mutter), Söhnke und Fabian in den Rosekids-Räumlichkeiten fleißig für den Kuchenbasar am nächsten Tag gebacken. Auch unsere Gäste und Mütter der Mitglieder haben zu Hause leckeren Kuchen gebacken. Viele der Jugendlichen haben sich um die Dekoration gekümmert. Da wurden ganze Räume umgeräumt, Kühlschränke von A nach B geschleppt und, und, und. Jonny und Dave waren für die Tombola verantwortlich.

Bei all dem „Tumult“ wurde zwischen Tür und Angel noch Einiges in letzter Sekunde organisiert und es wurde inständig an die Freunde gedacht, die aus gesundheitlichen Gründen nicht an diesem Fest teilnehmen konnten – auf diesem Weg: GANZ LIEBE GRÜSSE. Nico, Patrick und Lukas waren unsere Fahrer, die für den An- und Abtransport verschiedener Dinge verantwortlich waren.

Dann war der große Tag da. Das Wetter … naja, reden wir nicht darüber. Nur so viel sei gesagt, wir verlegten die Feierlichkeiten nach innen, denn abgesehen vom Dammbruch in den Wolken in den frühen Mittagsstunden, herrschte in ganz Freiburg ein steife Brise, die ein Hoffest mehr oder weniger hätte auffliegen lassen können. So wurde jeder Quadratzentimeter unserer Räumlichkeiten für den Besuch unsere Gäste und anderer Vereine genutzt – Danke an Doris und Konrad Eisele von BEFAH, an die Vertreter des u-Asta Freiburg, der Aids-Hilfe, der RosaHilfe, der Rainbowstars Lörrach und an Fluss e.V. Freiburg. Ebenso einen Dank, wie bereits oben erwähnt, an Frau Haardt, Frau Pflaum, Frau Twilligear und Herr Krögner.

Alle Anwesenden waren und sind der Meinung, dass der Rosekids e.V. Freiburg eine wichtig Institution für Jugendliche ist, ob homosexuell oder noch auf dem Weg zur sexuellen Selbstfindung. Nun ist es immer schwierig, mit einem Jugendverein Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, gerade weil viele Jugendlich noch ungeoutet sind und damit unsicher in ihren Gefühlen. Aber es ist ein Ziel dieses Vereins das Selbstbewusstsein eines jeden Einzelnen zu stärken, die Gruppendynamik zu unterstützen und damit die Präsentation nach außen zu fördern, um für Rechte und gegen Unrecht im Großen und Kleinen zu kämpfen. Jeder ist wichtig und keiner soll sich ausgeschlossen und allein fühlen. Das kann nur erreicht werden, wenn die verschiedenen Generation der „Kids“ ihre eigene Mitte finden, sich mit anderen Verbänden und Vereinen verbünden, jeden Neuankömmling in diese Mitte aufnehmen und ihm oder ihr dabei helfen, seinen jeweiligen Weg zu finden. Alle Mitglieder des Vereins, ob noch zur Zielgruppe gehörend oder schon aus dieser „herausgewachsen“ können und sollten ihren Beitrag dazu leisten.

Im Laufe des Nachmittags kamen viele Gäste, auch Eltern, deren Kinder Mitglieder im Verein sind, um sich ein Bild darüber zu machen, wo sich der Verein befindet und welche Beziehungen zwischen den einzelnen Mitgliedern untereinander und zu anderen bestehen. Dieser Nachmittag wurde zu einem besonderen Familienfest.

Abgerundet durch einen Besuch von Sebastian Reiß, vielen bekannt von der „Schwulen Büchernacht“, die seit den Tagen ihres Bestehens in regelmäßigen Abständen in Freiburg stattfindet. Sebsatian bedankte sich für die Unterstützung, die er durch die Rosekids in vergangenen Jahren erfahren hat und wünscht uns weitere erfolgreiche Jahre. Es war eine angenehme Abendstimmung, bei der sich die Kids mit Sebastian zusammensetzten und er zu lesen begann, während die Sonne langsam unterging und durch den Wind die letzten Gewitterwolken am Himmel in weite Ferne geschoben wurden.

Es gäbe noch viele Momente über die man berichten könnte, aber das würde den Rahmen sprengen. Stattdessen laden wir EUCH alle ein, uns mal einen Besuch abzustatten oder an einer unserer vielen Aktionen teilzunehmen. Wir freuen uns auf bekannte und neue Gesichter.

Eine Letzte wichtige Info: Ein Großereignis wirft bereits seine Schatten voraus. Ja, 2014 wird es nach zwölf Jahren wieder ein CSD in Freiburg geben und die Planungen dazu sind schon im vollen Gange!

by philip und rené

Fluss e.V. zu Besuch bei den Rosekids

Am Freitag, den 2. März, hatten wir in den Räumen der Rosekids wieder einen spannenden Themenabend. Fluss e.V.-Freiburgs Lesbisches und Schwules Schulprojekt, vertreten durch Iris, Joe und Dave, stellte seine Arbeit vor. Seit der Gründung 1996 bietet Fluss Lehrerinnen und Lehrern, sowie Schülerinnen und Schülern, Fortbildungen und Unterrichtsbesuche an. Jugendlichen wird dabei ein persönliches Kennenlernen von Lesben, Schwulen und Transsexuellen ermöglicht und Gelegenheit gegeben Fragen zu stellen, wodurch eventuelle Vorurteile meistens abgebaut werden.

Wie uns berichtet wurde, ist allein der Besuch von Fluss in einer Schulklasse schon heilsam. So wird von Lehrerinnen und Lehrern berichtet, dass einige Tage vor dem Besuch, unter den Schülern eine sehr große Anspannung herrscht – wie ist das wohl mit den “Schwulen”? Ist der Kontakt “zum anderen Ufer” aber erstmal einmal geknüpft, sind die Schüler erleichtert. Das Team gestaltete den Themenabend spielerisch, wie eben auch bei den Schulbesuchen. So gab es ein Plakat, mit dem die Unterscheidung von angeborenem Geschlecht, Geschlechterrolle, Geschlechtsindentität, sowie verschiedene sexuelle Orientierungsmöglichkeiten, vollzogen wurde.

Eigentlich waren die meisten Rosekids wohl davon ausgegangen, dass sie in diesem Themenkomplex schon alles wüssten, aber es gab auch für uns “Szene-Experten” einige neue Begriffe zu erlernen: Pansexualität oder Intersexualität oder das Transsexualität und Transgender nicht das Gleiche ist. (Wer diese Begriffe genau recherchieren möchte, bitte ins Internet schauen, weil sonst wäre dieser Bericht zu lang, aber es lohnt sich!) Auch in der “Szene” gibt es Vorurteile, bedenkt die Transphobie – Angst vor Transsexuellen und Transgender…

Somit war dieser Abend für uns, die schon andere Gays, Lesbians, Bi´s, Transgender & Co. kennen, ein erfüllender und wissenswerter Abend. Ein großer Dank geht an unsere Gäste und deren großes Engagement für unsere Community.
Bericht Dennis

Auf Rosen gebettet

“Für junge Schwule, Bisexuelle und Lesben sind die Rosekids in Freiburg die Anlaufstelle (via dbna.de | 02.01.2012)

Von jungen Schwulen für junge Schwule – so präsentiert sich derzeit das Konzept der Rosekids aus Freiburg. Neun Jugendliche aus der Region leiten zusammen den Verein, planen und gestalten die Nachmittag und tragen dabei die gesamte Verantwortung.

Logo dbna.de / © du bist nicht allein e. V.

Es ist etwa ein halbes Jahr her, da erschüttert die Rosekids ein kleines Erdbeben. Nicht nur wurde der
gesamte engere Vorstand ausgetauscht, es wurde auch ein krasser Generationenwechsel eingeleitet. Dem Trägerverein „Rosekids e.V.“, der Jugendfreizeit für junge Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuellen zwischen 14 und 27 Jahren anbietet, steht nun eine Mannschaft vor, die im Schnitt nicht mal 24 Jahre alt ist. Zehn Personen, davon drei im engeren und sieben im erweiterten Vorstände koordinieren die Arbeiten, sie bilden Ausschüsse, organisieren Veranstaltungen, Ausflüge, ja alle Aktivitäten der Gruppe.

Doch von den zehn Jungs und Mädels lebt der Verein alleine nicht, sondern vom ehrenamtlichen Engagement jedes einzelnen Mitglieds – egal, ob mit oder ohne Funktion. „Der ‚peer-to-peer‘-Ansatz steht bei uns an ganz erster Stelle“, hebt der 21-jährige Stefano hervor. Altersgerechte Aufklärung und Hilfe beim Coming-out Er gehört, wie sein Freund Jonas, zum erweiterten Vorstand. Beide sind auch schon weitaus länger bei den Rosekids dabei: Stefano seit knapp fünf, Jonas seit etwa dreieinhalb Jahren. Während der 20-jährige Jonas den erweiterten Vorstand koordiniert, kümmert sich Stefano um die Pressearbeit und die u20-Gruppe – eine von zwei Freizeitgruppen (u20 und u28). Auf diesem Wege bieten die Rosekids möglichst altersgerecht auch Aufklärung und Hilfe beim Coming-out. Zudem vertreten sie diese Gruppen gegenüber Politik und Öffentlichkeit.Ihre ersten Besuche bei der u20-Gruppe fallen jeweils mit ihrem Coming-out zusammen. Jonas‘ Mutter kam von selbst auf den Gedanken, dass ihr Sohn schwul sein könnte – und sprach ihn, als er 17 Jahre alt war, auch ganz konkret an. „Danach habe ich aus meinem Schwulsein kein Geheimnis mehr gemacht, wobei ich es zuvor einfach nicht für nötig gehalten hatte, es publik zu machen“, bekennt Jonas freimütig. Nachdem er erst in Lörrach die rainbow stars – eine eher kleinere Jugendgruppe – besuchte, geriet er durch Kontakte schnell zu den Rosekids.

Nachdem Stefano ab Ende 2006 immer mehr Zeit in Freiburg verbrachte, konfrontierte ihn seine Mutter mit ihren Überlegungen. Nachdem sie ihn mit lauter Jungs – die sich dann auch noch als älter als er erwiesen –, verdächtigte sie ihn des Drogenkonsums, was er strikt von sich wies. „Dann kam die Frage: ‚Sind die schwul?!?‘ – Worauf ich nur mit einem trockenen „Ja“ antworten konnte“, berichtet der angehende Physiotherapeut leicht amüsiert. Der Vater erfuhr es kurz darauf von Stefanos Mutter, die sich dann auch die damalige Coming-out-Ausgabe des Sterns zulegte. Später standen dann noch ein gemeinsamer Besuch bei der Aids-Hilfe und den Rosekids auf dem Programm. „Meine Mutter kommt auch heute noch gerne bei uns vorbei“, meint Stefano schmunzelnd.

„Die Unterteilung senkt die Hemmschwelle“

Alle zwei Wochen trifft sich der 21-jährige Halbitaliener freitags von 17 bis 19 Uhr mit den u20-Leuten. Das Durchschnittsalter beträgt etwa 17 Jahre. „Unser jüngster Besucher ist derzeit 13 Jahre alt und wir versuchen ihn bestmöglich einzubinden“, erklärt Stefano, für den sich hier einmal mehr die Unterteilung in U20 und U28 als optimal erweist. „Das senkt die Hemmschwelle für junge Schwule uns aufzusuchen, da sie automatisch auf Altersgenossen treffen und nicht 8 Jahre Altersunterschied und somit ganz andere Interessen und Erfahrungen vorfinden“, bekräftigt auch Jonas.

Weitaus häufiger finden die U28-Treffen statt. Zweimal die Woche – mittwochs und freitags jeweils ab 19.30 Uhr – treffen sich fünf bis zehn bzw. freitags über zwanzig schwullesbische Jugendliche aus dem Freiburger Raum. Zu den U28-Treffen sind auch die unter 20-Jährigen willkommen, hier zeigt man sich deutlich flexibel. Das Durchschnittsalter beträgt hierbei 21 Jahre. Doch es gilt auch: „Wer einmal bei den Rosekids war, kann grundsätzlich immer kommen“, unterstreicht Stefano, doch schiebt noch nach: „Wir achten aber ganz klar auf die Zusammensetzung der Gruppe.“

Die Rosekids sehen sich dabei als großer Freundeskreis, der offen für neue Gesichter ist. „Gerade in letzter Zeit tauchen viele Neue auf, gleichzeitig ist die Beständigkeit hoch. Es gibt also eine ausgewogene Mischung“, erzählt Jonas. Ein Durchlauferhitzer für die Szene sei man nicht, wolle man auch gar nicht sein. Beeindruckend ist dabei auch der Einzugsbereich der Rosekids. Die Mitglieder und Besucher kommen unter anderem aus Lörrach, Donau-Eschingen, Villingen-Schwenningen, Offenburg, Rheinfelden, einige sogar aus dem nahen Frankreich. „Unsere große Gruppe zieht andere aus weitem Umfeld an, wir denken so eigentlich den gesamten äußersten Südwesten der Bundesrepublik ab. Das liegt wohl auch daran, dass es sonst nur wenige schwullesbische Jugendgruppe dort gibt“, überlegt Stefano.

Auch Tabuthemen kommen auf den Tisch

Grundsätzlich verlaufen die Treffen offen, wobei einmal im Monat eine Aktion auf die Tagesordnung gesetzt wird. Dabei steht immer eine kostenlose oder kostengünstige Freizeitgestaltung im Vordergrund. „Wir sind uns bewusst, dass vielen Jugendlichen einfach keine großen finanziellen Sprünge möglich sind“, erklärt Jonas. Zuletzt haben die Rosekids unter anderem Halloween zusammen gefeiert sowie Besuch vom Freiburger Arbeitskreis Leben mit deren suizidpräventiven Angebot [U25]. [U25] bietet betroffenen Jugendlichen unter 25 Jahren die Möglichkeit, sich anonym melden und über Probleme berichten zu können. Ehrenamtliche Krisenberater, die ebenso jünger als 25 sind, stehen dabei als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch hier ist Stefano engagiert.
Bei den Rosekids stand bei dem Besuch von [U25] das gesellschaftliche Tabuthema „Selbstmord“ auf dem Programm. „Dieses Thema war ein Reizthema“, stellt Jonas im Nachhinein fest, „wir haben hier den Nerv unserer Besucher getroffen: Dreißig Rosekids kamen zu diesem Themenabend.“ Nachdem erst eine Schüchternheit alle Zuhörer erfasst hatte, brachen bald alle Dämme. „Ursprünglich waren mit den Leuten von [U25] anderthalb Stunden geplant – am Ende war es fast doppelt so lang“, führt Stefano aus. In der Diskussion wurden dabei Fragen nach dem Umgang mit Suizidgedanken im Freundeskreis aufgeworfen. „Man merkte deutlich, dass dieses Thema vielen unter den Nägeln brannte – und noch brennt. Wir werden das definitiv nochmal aufgreifen“, da sind sich Stefano und Jonas einig.

Neben den regelmäßigen Treffen stehen aber auch außerordentliche Fahrten immer wieder auf dem Programm. So ging es in der Vergangenheit zum CSD nach Stuttgart und nach Karlsruhe. Auf letzterem lief man sogar mit zehn Leuten mit, wobei man sich den Grünen anschloss. Doch prinzipiell bleiben sich die Rosekids und ihre Vorstände neutral. „Jeder soll sich selbst informieren und sich ggf. selbst einbringen, wir als Vorstand wollen aber keine Meinungsbeeinflussung“, erklärt Jonas. Daher habe man sich auch an den Papstprotesten in Freiburg nicht beteiligt. „Die Jugendgruppe soll sich da raushalten“, stellt Stefano klar und Jonas ergänzt: „Die Kirche soll uns tolerieren und wir tolerieren auch sie.“

Anknüpfung an Lambda angedacht

Der nächste richtig große Programmpunkt bei den Rosekids steht im Januar an: Vom 28. bis zum 29. Januar 2012 hat der Vorstand ein Hüttenwochenende auf dem Feldberg organisiert. Um der Grüppchenbildung, die sich bei einer großen Gruppe wie den Rosekids nicht vermeiden lässt, vorzubeugen, stehen Gemeinschaftsaktionen auf dem Plan. „Natürlich hoffen wir auf schön viel Schnee“, grinst Jonas, der die Anmeldungen betreut. Bisher seien nur noch drei Plätze frei. „Doch keine Sorge“, meint Stefano, „das Wochenende ist nicht komplett durchgeplant. Wir haben bewusst Freiräume für jeden erhalten.“

Für die Zukunft hat der Vorstand auch noch einiges vor: nach der im Oktober erfolgten Aufnahme in den Stadtjugendring, wodurch es gewisse Fördergelder gibt, überlegt man, dem Jugendnetzwerk Lambda beizutreten. „Die alten Vorstände wollten keine Hilfe von außen. Wir jedoch wollen Lambda nutzen, auch gerade wegen der Ausbildung für Jugendgruppenleiter“, so Jonas.

Neue Unterkunft bei RosaHilfe?

Gleichzeitig sehen sich die Vorstände der Rosekids aber auch mit Schwierigkeiten konfrontiert. „Das ganz große Problem ist, dass wir ab nächstes Jahr eine neue Bleibe benötigen“, seufzt Stefano. Die derzeitige Miete von 125 Euro monatlich überschreitet die finanziellen Fähigkeiten des Vereins. Aus der Gruppe sind auch kritische Stimmen dazu zu vernehmen. „Leider gibt es auch von Seiten des Jugendhilfswerks Freiburg kein Entgegenkommen. Dort pocht man auf den abgeschlossenen Vertrag“, stellt ein Rosekidsmitglied klar, das anonym bleiben möchte. Die Wechselmöglichkeiten seien begrenzt, da es kaum bis keine Räumlichkeiten gebe, die freitags größere geschlossene Gruppen aufnähmen. „Es kommt für uns nicht in Frage, dass wir Räume mit anderen rein heterosexuellen Jugendlichen teilen müssen. Wir wollen weiterhin einen geschlossenen Rahmen – eben gerade für nicht Geoutete“, sind sich Stefano und Jonas einig.

Als Ersatz könne die RosaHilfe dienen, meint Jonas: „Dort hatten wir unsere Räume bis vor zwei Jahren auch noch. Auseinandersetzungen beendeten die Zusammenarbeit, die für die Vereinskasse weniger belastend war, jedoch.“ Jedoch haben die Räume dort auch einen Haken: Der Freitagstermin könne so nicht mehr stattfinden, da schon eine andere Gruppe diesen bei der RosaHilfe besetze.

So herrscht noch große Unsicherheit bei den jungen Vorständen, was den Treffpunkt ab 2012 angeht. Dennoch strahlt Stefano Zuversicht aus: „Wir schaffen das schon!“ ”

Autor: Alexander (alex.b@dbna.de) von dbna.de

Der Artikel erschien am 02. Januar 2012 bei dbna.de:
http://www.dbna.de/comingout/jugendgruppen/111124-rosekids-freiburg.php

Kreative Köpfe aufgepasst – Das NosyRosie-Projekt

Du hast Lust dich kreativ für das Youtube-Video der Nosy Rosies über die Roskids einzubringen? Du hast tolle Ideen und Spaß an Ton und Bild? Oder du willst einfach nur so ein paar lustige Stunden im Team verbringen? Dann schau mal vorbei - am Freitag, den 02. Dezember 2011 um 20.30 Uhr zur gemeinsamen Ideenfindung.

Du kennst “The Nosy Rosie” nicht? Dann schau mal unseren anderen Newsblogeintrag an….

Les Talk on YouTube: TheNosyRosie

Lesbischen Talk bei YouTube – das gibt’s beim Youtube-Channel von TheNosyRosie, dem ersten lesbischen Vlog Deutschlands. Die Videos sind sehr unterhaltsam & sehenswert: die Mädels behandeln nämlich interessante Themen, wie zum Beispiel das Coming Out, den Gaydar, Filme und vieles mehr…

Hannah, eine der Macherinnen von TheNosyRosie, hat bei einem “Außeneinsatz” die Freiburger Szene ein bisschen erkundet und ihre Eindrücke vor kurzem in einem Video zusammengefasst:

Danke für den tollen Bericht & die Verlinkung, Hannah. Lass’ Dich bald wieder sehen! ;)
TheNosyRosie gibt’s auch bei Facebook sowie Twitter – und ein Forum gibt’s ebenfalls.