Bei euch sind doch eh’ nur Tunten / Kampflesben, oder?

Zu uns kommen Jungs verschiedenster “Art”. Jungs, die “heterooptisch” aussehen und/oder sich so verhalten. Jungs, die eher femininer aussehen und/oder sich so verhalten. Jungs, die dick sind, Jungs, die dünn sind.

Gleiches gilt für die Mädchen: Mädels die eher maskulin sind und/oder sich so verhalten, sind  ebenso dabei, wie Mädchen die feminin aussehen und/oder sich so verhalten…

Manche Menschen sind 2m groß oder größer – andere 1,60m+ groß. Die einen sind schüchtern, die anderen extrovertiert. Es gibt Deutsche und welche, die keine deutsche Staatsangehörigkeit haben. Manche haben einen einen Migrationshintergrund – andere nicht. Bei uns sind Jugendliche, wie junge Erwachsene. Es gibt Schüler wie Azubis und ebenso Leute aus handwerklichen Berufen wie Studenten. Die einen sind geoutet, die anderen ungeoutet.

Alles bunt gemischt. So wie das Leben – und wie unsere Gesellschaft und die Welt.

Eins haben wir jedoch alle gemeinsam: wir stehen auf das gleiche Geschlecht – das eint uns, auch wenn wir noch so unterschiedlich sind. Bei uns verstehen sich alle gut. Wir empfinden Unterschiede als Bereicherung, weil so jeder die Sicht- und Denkweisen anderer Menschen kennenlernen kann – und alle voneinander lernen können.

Den “Tunten” und den Schwulen, die sich zu ihrer Homosexualität bekennen, haben die Schwulen im Übrigen ihre heutige Freiheit zu nicht unerheblichen Teilen zu verdanken (siehe unter anderem Stonewall). Provokation ist ein gutes Mittel, um auf Missstände (wie Diskriminierung) aufmerksam zu machen.

Wer alle “Tucken” und “Männerlesben” von vornherein ablehnt, sollte sich beizeiten Fragen, wie er selbst verlangen kann, dass ihn andere, auch heterosexuelle, auch nur ansatzweise tolerieren oder akzeptieren, wenn er es selbst bei anderen Menschen nicht schafft. Abgesehen davon stellt sich die Frage, ob solche Denkweisen nicht auch rassistischer Natur sind – wo liegt der Unterschied zur Ablehnung wegen der Hautfarbe, Nationalität oder Religion?